Station 4 - Dürrenmatt Themenweg

Die Malerei – stille Weggefährtin seines Lebens

Friedrich Dürrenmatts Bildwerk wird erst sehr spät von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Der Autor sah sich selbst nie als Maler, auch wenn ihn diese Leidenschaft sein ganzes Leben lang begleitet. Die Malerei ist sein persönliches Vergnügen, dem er sich hingibt, wenn ihm ein Bild vor Augen kommt: „Ich wiederhole: Ich bin kein Maler. Ich male technisch wie ein Kind, aber ich denke nicht wie ein Kind. Ich male aus dem gleichen Grund, wie ich schreibe: weil ich denke“. Der Künstler weigert sich durchwegs, eines seiner Werke zu verkaufen.
 
Anekdote I
Dürrenmatt hat stets etwas zum Zeichnen oder Malen zur Hand, da dies seine Schriftstellerei befördert und umgekehrt. Manche seiner Werke waren zügig fertig, wie beispielsweise seine zahlreichen Karikaturen, für andere liess er sich mehr Zeit. Drei Jahre benötigte Dürrenmatt zum Beispiel für das Gemälde „Die Welt der Atlasse“.
 
Anekdote II
Die Badezimmerwände in Dürrenmatts Haus in Neuenburg (Neuchâtel) sind mit Fresken bedeckt. Darauf zu sehen sind Figuren und Themen aus seinen literarischen Werken. Das stille Örtchen nannte er seine „Sixtinische Kapelle“. Dieses kann heute während der Öffnungszeiten des Centre Dürrenmatt Neuchâtel besichtigt werden.
Illustration © Lucie Fiore