Durch das Prisma der Jugend und einer Scheinehe thematisiert die Erzählung den allgegenwärtigen unterschwelligen Rassismus und die andauernden Fragen nach der eigenen Identität. Dabei wird die Freundschaft als identitäres Momentum, das mit dem Erwachsenwerden allzu oft ins Nebensächliche gleitet, zum Werkzeug des Widerstands. Um dieses zeitgenössische Epos auf die Bühne zu bringen und den Elan und die Energie der Jugend zu beschwören, schafft das Collectif Sur Un Malentendu einen Raum der Kompliz:innenschaft mit dem Publikum und entführt ins in einen lebendigen, kollektiven Moment.
Auszug aus dem Text
„Ich gehöre jener Generation an, die schlechter leben wird als ihre Eltern… Ich gehöre der Generation des internationalen Terrorismus an, der Generation der Globalisierung… Ich gehöre der Generation an, die keine Kinder mehr zeugt, aber auch nicht mehr systematisch Kondome benutzt… Ich gehöre jener Generation an, die sich schämt, Fehler im Englischen zu machen, da es für niemanden mehr eine Fremdsprache ist. Ich gehöre jener Generation an, die aus Verzweiflung angesichts der politischen Landschaft nach rechts rückt, die „mehr arbeitet, um mehr zu verdienen“; Ich gehöre jener Generation an, die von Berufsberatern schlecht beraten wurde… Ich gehöre jener Generation an, die es nicht mehr beeindruckt, auf den Mond zu fliegen… Ich gehöre zur Generation der globalen Erwärmung und der tränenreichen Dokumentationen über das Schicksal der Eisbären und der Polkappen. Ich gehöre jener Generation an, die nicht das ganze Elend dieser Welt auf sich nehmen kann…“
– Alice Zeniter
Informationen übermittelt via culturoscoPe
- 6. Dez. 2026
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