Station 2 - Dürrenmatt Themenweg

Mythen, neu aufbereitet

Ob in seinen Werken oder im Alltag – Friedrich Dürrenmatt ist bekannt für seine humorvollen Einfälle. Er liebt es, sich über die Absurditäten unserer Gesellschaft, aber auch über sich selbst lustig zu machen. So schreibt er zum Beispiel in seinem 1985 veröffentlichten Kurzroman „Minotaurus. Eine Ballade“ eine Parodie auf den Minotaurus-Mythos. Hierbei vertauscht er die Charaktere der beiden Hauptfiguren (Minotaurus und Theseus) und macht Theseus zu einem Mörder und den Minotaurus zu einem sensiblen und sanften Wesen. In einem anderen Werk, „Herkules und der Stall des Augias“, beschreibt der Autor, wie Herkules den Auftrag erhält, den Mist zu beseitigen, der sich im Land immer mehr ausbreitet. Dabei gerät er in die Mühlen einer Verwaltung, deren verschiedene Kommissionen sich nicht über die Vorgehensweise einigen können Schliesslich wirft Herkules das Handtuch.
 
Anekdote I
Für Dürrenmatt ist die Welt das Labyrinth des Minotaurus, d.h. ein Irrenhaus, und der Mensch an sich ist halb Ungeheuer, halb Mensch.
 
Anekdote II
Dürrenmatt zeichnet zahlreiche Karikaturen, nicht zuletzt, um sich über die Literaturkritiker zu amüsieren, die seine Werke äusserst kritisch beurteilen.
 
Anekdote II
Dürrenmatt beliebt auch gerne über sich selbst zu scherzen. Eine Anekdote gab er häufiger zum Besten: Beim Überqueren des Casinoplatzes in Bern rutscht er auf einem Hundehaufen aus, da er einem Gärtner zuschaut, wie er Platanen stutzt. Zwei Stunden später rutscht Dürrenmatt ein zweites Mal auf demselben Hundehaufen aus und landet erneut auf dem Allerwertesten. Den verblüfften Gesichtsausdruck des Gärtners, der sich wohl fragte, wie jemand zweimal auf demselben Hundehaufen ausrutschen könne, habe er nie vergessen können! Dürrenmatt empfand diesen Moment als äusserst komisch.
Illustration © Lucie Fiore